Finanzgruppe

Sparkassenstiftung
Schleswig-Holstein

Gesprächsreihe "Künstlernachlässe"

Zu einem zweiten Gespräch hatte die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein (Kiel) am Montag, 10. Juni 2013, in das „Restauratorenzentrum“  nach Kiel-Gaarden (www.kultur-werft.de) eingeladen.
  
kuenstlernachlaesse1.jpgDas Ehepaar Leonhardt begrüsste die zwanzig Teilnehmer der Runde. Das Gespräch sollte an den bereits im Jahr 2010 begonnenen Diskurs zum Thema "Künstlervor und -nachlässe" anknüpfen.


Die demographische Entwicklung verlangt nach Lösungen für die Sicherung, Bewahrung sowie Erarbeitung und Präsentation zeitgenössischer Künstlernachlässe. Aktuell geht es um die Fragestellung, ob in Schleswig-Holstein - etwa nach dem in Hamburg praktizierten Modell eines "Forums für Nachlässe" im Haus Sootbörn (www.kuenstlernachlaesse.de) - ein Zentrum für Künstlernachlässe gegründet und betrieben werden kann. Weitere „Vorbilder“ wurden in der Runde erörtert (Mannheim, Brauweiler).

Auf diesen Erfahrungen könnte man aufbauen. Angedacht ist eine Kombination von (Förder-)Verein und Stiftung. Letztere sollte die Rechtewahrerin und Trägerin sein.

Wichtig wäre, in der Gründungsphase einen geeigneten Raum (frei) gestellt zu erhalten, damit nicht unnötig Finanzmittel hierfür gebunden würden.

Das Personal müsste weitgehend ehrenamtlich agieren. Hierfür wären insbesondere Kunst- und Kulturhistoriker, Fotografen, Archivare, Museumssachverständige und Restauratoren gefragt.

Die Nachlässe sollten (in seinen „freien Teilen“) auch handelbar sein, um zu einer gewissen Refinanzierung zu kommen.

Für die Betriebskosten wären – neben den Beiträgen des Fördervereins – Spendenmittel einzuwerben.

Die „Stiftung Künstlernachlässe Schleswig-Holstein“ sollte langfristig (auch durch ab 2014 einzuwerbende „Endowments“ anderer Stiftungen) in die Lage versetzt werden, Personal- und Raumkosten dann langfristig zu übernehmen.

kuenstlernachlaesse2.jpgSeitdem im Jahr 2003 der Verein "Forum für Nachlässe von Künstlerinnen und Künstlern e.V." (www.kuenstlernachlaesse.de) als deutschlandweites Pilotprojekt gegründet wurde, ist auch in anderen Bundesländern die Problematik angegangen worden. Schleswig-Holstein hat eine reiche Kunst-Landschaft, die die regionale Kultur prägt. Zahlreiche Künstler und Erben stehen vor dem Problem, was mit ihrem künstlerischen Nachlass einmal passieren soll: Schon seit Jahren sind die Magazine der Museen und Archive weitgehend gefüllt, es mangelt an weiterem Raum zur Lagerung und Ressourcen zur Präsentation. Hier besteht Handlungsbedarf.

Hinweise

"Künstlernachlässe sind Schätze unseres Kulturerbes"
Pessemitteilung der Bundesregierung vom 18.06.2013
www.bundesregierung.de

"Schatzkammer für die Nachwelt" | Archiv für Künstlernachlässe
Kölner Rundschau vom 15.06.2013
www.rundschau-online.de

»Aufbewahren oder vernichten?«
Sendung des SWR2 am 13.06.2013 | 8.30 Uhr
www.swr.de

Kulturgut in Gefahr! Zukunftsfähige Konzepte für Künstlernachlässe
Sa. 14.09.13, 10.00 Uhr im Staatsarchiv Hamburg,
Kattunbleiche 19, 22401 Hamburg
Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten ist eine Anmeldung unter info@kuenstlernachlaesse oder T. 040 38 61 38 10 erforderlich!
www.kuenstlernachlaesse.de

"Was vom Künstler bleibt"
Artikel von Bettina Winkler-Marxen (Itzehoe)
im sh:z-Journal vom 23.06.2012
Download (PDF, 2 MB)

Symposium zum Thema "Künstlernachlässe" (2010)
Die demografische Entwicklungskurve für Schleswig-Holstein zeigt an, dass in den kommenden Jahren zahlreiche Künstlerinnen und Künstler in den Lebensabschnitt 70plus kommen. Anfragen bei Sammlern, Museen und Kunststiftungen deuten darauf hin, dass damit auch die Problematik der Sicherung, Bewahrung, Erarbeitung und Präsentation zeitgenössischer Künstlernachlässe zunimmt. In einigen Bundesländern wie Hamburg oder NRW gibt es hierzu Initiativen im Bereich der "Künstlernachlässe".

kuenstlernachlaesse3.jpg
Dr. Gora Jain
Foto: Imke Lüders

Auf Einladung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein befasste sich eine Runde von ca. 30 Teilnehmern am 5. Juli 2010 in Kiel mit dem Thema "Künstlernachlässe". Vorgetragen wurden Positionen zum "Domarus-Archiv" der Sparkassenstiftung Dr. Imke Lüders) und zum "Forum für Nachlässe" in Hamburg (Dr. Gora Jain). Im Anschluss ergab sich eine offene Diskussion mit Fragen, Anregungen und Hinweisen zur Problematik. Vertreter von Museen, Archiven, Kunstsammlungen, Nachlassverwaltungen, der Landesverswaltung und Stiftungen sowie betroffene Künstler trugen in der Runde zahlreiche Aspekte zur Situation in Schleswig-Holstein vor. Die Gespräche sollen weitergeführt werden.

Literaturliste (PDF)
Quelle: Dr. Kaiser-Schuster, Kulturstiftung der Länder, Berlin (2017)

Weiterführende Links

www.kunstfonds.de
www.kuenstlernachlaesse.de
www.kuenstlernachlaesse-mannheim.de