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Sparkassenstiftung
Schleswig-Holstein

Sonderausstellung „…bewegt…“

Ausstellung im Foryer des Sparkassenverbandes bis zum 31. August 2014

Einblicke in die Kunstsammlung der Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein
Seit Beginn des Jahres 1996 arbeitet die Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein kontinuierlich für die Unterstützung von Kunst und Kultur in Schleswig-Holstein: Museumsarbeit, Denkmalpflege, Kunsthandwerk, Musik-  oder Literaturförderung. Ein besonderes Gewicht lag von Beginn an auf dem Erwerb, der Pflege und der Präsentation von Kunstwerken und Fotografien norddeutscher Künstlerinnen und Künstler. Auslöser dieser Stiftungsaktivitäten waren die vor allem in den 1980er und 90er Jahren vom Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein erworbenen Arbeiten. Aufbauend auf dieser Sammlung löste die Sparkassenstiftung als Gründung des Verbandes ab 1996 die Sammlungstätigkeit weitgehend ab und führte sie in eigener Regie kontinuierlich weiter. Schenkungen, Zustiftungen und Ankäufe rundeten das künstlerische Portfolio um viele, im Norden vertraute Künstlernamen und wichtige Werke ab. Die Stiftung stellt mit inzwischen rund 1.500 Werken eines der bedeutenden zeitgenössischen Kunstkonvolute im Norden dar.
 
Sonderausstellung „…bewegt…“
Erstmals werden in einer Sonderausstellung  50 Kunstwerke aus dem eigenen Bestand der Sparkassenstiftung präsentiert.
 
Neben Malerei, Grafik und Fotografie sind in der Ausstellung auch Kai Niebuhr | GedankenleserAssemblagen/Collagen, Objekte und Skulpturen sowie Textil-Arbeiten vertreten. Zu der zuletzt genannten Gruppe gehört die mit einer Nähmaschine erstellte Arbeit „Gedankenleser“ von Kai Niebuhr. Niebuhrs Näh-Werk auf Stoffuntergrund verbindet reizvoll zeichnerische und grafische Elemente mit dem Prinzip der Collage. Es ist durch Liniengeflechte, Schlitze und Überlagerungen gekennzeichnet und spielt auf die Körperhaut - als Spiegel der Seele wie auch der Lebensprozesse insgesamt - an. Auch Inge Wilkens Arbeit „Drift“ ruft Assoziationen von Hautschichten hervor, indem die Künstlerin die mit Schlick und Seetorf versetzten Wasserfarben in mehreren Lagen übereinandergeschichtet hat. Die anschließend mit Bürsten und anderen Werkzeugen aufgerauten, weggekratzten und wieder geglätteten Bildoberflächen lassen haptische Anmutungen entstehen, die an Risse und Schrunden erinnern. In Kristin Grothes Werk gibt es ebenfalls Blätter, die derartige Furchen und Verletzungen bis hin zu Löchern aufweisen, die durch die Bearbeitung mit Schleifpapier hervorgerufen werden. Die hier ausgestellte kraftvoll-dynamische Grafik „Ohne Titel“ erinnert an den Querschnitt einer visionären Industrielandschaft mit übereinandergestaffelten Räumen, Straßen und Plätzen. Bei Walter Green erschließen sich die Gebrauchs- und Lebensspuren seines aus alten Eichenholzbalken herausgearbeiteten Skulpturenpaars erst über Umwege: durch das haptische Begreifen des Besuchers. Dieser wird dazu eingeladen, mit seinen Händen die für die Augen unsichtbaren Furchen und Narben im geglätteten Eichenholz zu ertasten.
 
Eine ganz andere Art von Bewegung drücken beispielsweise die gleich mehrfach in dieser Ausstellung vertretenen Landschaften aus, die motivisch häufig mit dem Element Wasser verbunden sind: zum Beispiel bei Gisela Meyer-Hahn, bei Paul Pretzer in seiner Wasser-Trilogie, bei Walther Kunau, Karl Fettweis, Germa Ohlhaver, Klaus Fußmann, Christopher Lehmpfuhl und vielen mehr. In Gisela Meyer-Hahns Arbeit wird die sanfte Bewegung des Wassers insbesondere durch Lichtreflexe zum Ausdruck gebracht.
In anderen Werken entfaltet Bewegung sich nicht in erster Linie durch Licht, sondern vielmehr durch Farbe. In Valentin Rothmalers Acrylbild „Ohne Titel“ scheint das mit den Fingern aufgetragene rote Farbfeld förmlich zu pulsieren. Auch der Bildraum in Ingo Kühls Werk „Regen“ entsteht vor allem aus der Farbe heraus. In Walter Stöhrers Werk „Ich esse aus meinen Augen“ tragen der dynamische Farbverlauf und die raumbezogenen Bewegungen und Gegenbewegungen zum energiegeladenen Gesamteindruck des Gemäldes bei.
Zwischen den ausgewählten Arbeiten ergeben sich auf unterschiedlichen Sinn- und Bedeutungsebenen immer wieder neue wechselseitige thematische Bezüge: Auf formal-ästhetischer und stilistischer Ebene genauso wie auf emotionaler und inhaltlicher. In dem Ausstellungstitel „bewegt“ spiegelt sich letztlich nicht nur die Vielfalt der künstlerischen Ausdrucksformen wider, die wir als unmittelbare Reaktion auf unsere gegenwärtige Lebenssituation verstehen können; das Thema reflektiert darüber hinaus die besondere Dynamik unserer heutigen „bewegten“ Zeit mit ihrer ungewissen Zukunft.
 
Zu der Sonderausstellung erscheint ein Katalog mit Begleittexten von Personen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen. Es ist der erste Band einer Reihe von Ausstellungen aus dem eigenen Werkbestand, die unter wechselnden thematischen Schwerpunkten im Jahresrhythmus fortgeführt werden sollen.
 
Die Ausstellung ist bis zum 31.08.2014 im Foyer des Sparkassen- und Giroverbandes für Schleswig-Holstein, Faluner Weg 6, 24109 Kiel, werktags von 9.00 – 16.00 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei.
 
(Text: Dr. Dörte Beier)
 
www.sparkassenstiftung-sh.de                 www.museen-nord.de

 

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