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Schleswig-Holstein

Ernst von Domarus (1900-1977)

Ernst von Domarus (1900-1977)

Ernst von Domarus wurde 1900 als Sohn eines Schneidermeisters im ostpommerschen Bütow geboren. Schon von früher Kindheit begeisterte er sich für das Malen und Zeichnen. Nach einer Schneiderlehre beim Vater durchquerte der überzeugte "Wandervogel" ganz Deutschland zu Fuß. Sein großer Wunsch nach einer künstlerischen Ausbildung blieb ihm aufgrund der schwierigen Wirtschaftslage verwehrt. So schulte er sich als Autodidakt weitgehend selbst, u.a. in Dresden, Leipzig und München.

Den Lebensunterhalt bestritt er zunächst durch wechselnde Tätigkeiten in verschiedenen Schneiderwerkstätten. Seine Experimentierfreude war sein starker Motor - ob in der Kunst, beim Schneidern, Skilaufen oder später in der Segelfliegerei. Außerdem kennzeichneten ihn seine hohe Einsatzbereitschaft und sein Humor.

Nach einer Ausbildung am Berufspädagogischen Institut in Berlin schloss sich ab 1928 eine Lehrtätigkeit an der Gewerblichen Berufsschule Kassel an. Er gründete eine Familie, nahm an Ausstellungen teil und reiste oft. Besonders Skandinavien zog ihn magisch an, aber auch Länder wie Frankreich, Österreich, Italien und Griechenland gehörten zu den Zielen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Ernst von Domarus als Hauptmann und Staffelkapitän der Lastensegler in Rumänien, Jugoslawien und Russland eingesetzt. Fast alle seiner bis dahin geschaffenen Werke sowie sämtliches Fotomaterial gingen in Stolp (im heutigen Polen) verloren, wohin seine Familie evakuiert worden war. Erst ab 1948 durfte er wieder als Gewerbelehrer tätig sein und dem Berufsverband Bildender Künstler Kassel beitreten. 1977 verstarb er nach längerer Krankheit in seiner Heimatstadt und hinterließ ein vielschichtiges Oeuvre.

Als Künstler zeigt sich Ernst von Domarus sowohl in Bezug auf die Techniken als auch hinsichtlich der Motive und Komposition sehr vielseitig. Eine einheitliche Linie ist im Gesamtwerk nicht auszumachen, da er sich als freier Maler nur dem Sujet, dem zugrundeliegenden Erlebnis verbunden fühlte und hierfür stets die angemessene Form suchte - ob als Öl- oder Acrylbild, Aquarell, Pastell, Zeichnung oder Radierung. Er bleibt meist im gegenständlichen Bereich, legt dabei großen Wert auf die Komposition und Farbwerte. Die mitunter expressionistisch anmutenden Landschaften spiegeln die farbenprächtige Natur samt der Atmosphäre und Stimmung, in der sie wahrgenommen wird. Basis ist die intensive Beobachtung, die den Eindruck von großer Unmittelbarkeit ermöglicht.